Gesundheits
Kompetenz
ist wichtig

Gesundheitskompetenz ist wichtig – für die Einzelnen wie auch für die ganze Gesellschaft. Eine hohe Gesundheitskompetenz hat viele positive Auswirkungen: Besseres Selbstmanagement von Gesundheit und Krankheit, mehr gesundheitliche Chancengerechtigkeit, tiefere Kosten. Eine Stärkung der Gesundheitskompetenz ist daher für alle sinnvoll.

Gesundheitskompetenz wirkt positiv

Studien belegen die Zusammenhänge zwischen dem Grad der Gesundheitskompetenz der Menschen und ihrem Gesundheits- bzw. Krankheitsverhalten, ihrem Gesundheitszustand und ihrer Art der Nutzung des Gesundheitssystems. Einige Beispiele: Personen mit hoher Gesundheitskompetenz treiben häufiger Sport. Sie sind besser in der Lage, Medikamente richtig einzunehmen. Sie werden auch weniger häufig im Krankenhaus behandelt. Umgekehrt schätzen Personen mit tiefer Gesundheitskompetenz ihren Gesundheitszustand eher schlechter ein. Diese Beispiele zeigen, welche Folgen eine geringe Gesundheitskompetenz haben kann. Oder umgekehrt: Welches Potenzial in einer gestärkten Gesundheitskompetenz liegt. Davon profitieren auch die Gesellschaft und das Gesundheitssystem.

Eine hohe Gesundheitskompetenz wirkt sich auch auf die Gesellschaft positiv aus.

Mehr Chancengerechtigkeit, tiefere Kosten

Wird die Gesundheitskompetenz von Einzelnen gestärkt, wirkt sich das auch auf das gesamte Gesundheitssystem positiv aus. Die gesundheitliche Chancengerechtigkeit kann verbessert werden. Mehr Personen mit einer hohen Gesundheitskompetenz heisst: mehr Personen können gut informierte Entscheidungen treffen – mit positiver Wirkung auf ihre Gesundheit. Auch sind mehr Personen in der Lage, sich gut im Gesundheitswesen, in seinen Strukturen und Institutionen, zurechtzufinden. So lassen sich gerechtere Chancen in Gesundheitsfragen schaffen.

Umgekehrt kostet eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz viel Geld: Untersuchungen zeigen, dass etwa 3 bis 5 Prozent der jährlichen Gesundheitsausgaben durch eine höhere Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung vermieden werden könnten.

Vom Individuum bis zur Gesellschaft: alle profitieren von hoher Gesundheitskompetenz.

Gesellschaftliche Trends und Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz spielt eine wichtige Rolle, wenn es um ein gesundes Leben, eine wirksame Krankheitsbehandlung, gesundheitliche Chancengerechtigkeit und die Vermeidung unnötiger Gesundheitskosten geht. In Zukunft wird es noch wichtiger, über eine ausreichende Gesundheitskompetenz zu verfügen. Denn die Gesellschaft hat sich rasant verändert und tut es weiter.

Das Gesundheitssystem wird komplexer. Und die Digitalisierung nimmt auch im Gesundheitswesen zu.

So werden immer mehr Menschen immer älter und chronische (Mehrfach-)Erkrankungen nehmen zu. Gesundheitskompetenz kann massgeblich dazu beitragen, dass das höhere Lebensalter mit einer hohen Lebensqualität einhergeht. Und dass chronisch kranke Personen die notwendigen Selbstmanagement-Fähigkeiten entwickeln, um mit ihren Krankheiten besser umzugehen.

Auch das Gesundheitswesen ist den gleichen Megatrends ausgesetzt wie andere Gesellschaftsbereiche. Die Digitalisierung sorgt für eine Informationsflut und hat das herkömmliche Verhältnis zwischen Fachperson und Klient gehörig durchgeschüttelt. Gespräche finden heute mehr und mehr auf Augenhöhe statt. Patientinnen und Patienten informieren sich im Internet, sie tragen digitale Gesundheitstracker und tauschen sich auf digitalen Kommunikationsplattformen mit anderen aus. Umso entscheidender wird es für uns, relevante gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu beurteilen und für unsere Gesundheit zu nutzen.

Eigenständige Entscheidungen bei der Krankheitsbewältigung

Hohe Gesundheitskompetenz unterstützt auch dabei, mit einer bereits bestehenden Krankheit besser zurechtzukommen. Gerade bei chronischen Krankheiten kommt es auf ein gutes Selbstmanagement an. Davon profitiert auch die Arzt-Patienten-Beziehung: Patientinnen und Patienten sind «Experten aus Erfahrung». Je besser sie sich mit Fachexperten aus Medizin und Pflege austauschen können, desto besser können diese auf sie eingehen und ihr Handeln von Therapie bis Betreuung besser auf sie zuschneiden.

Weiterführende Literatur

Allianz Gesundheitskompetenz. (2016). Gesundheitskompetenz fördern – Ansätze und Impulse. Ein Action Guide der Allianz Gesundheitskompetenz. Bern.

Berkman, N. D., Sheridan, S. L., Donahue, K. E., Halpern, D. J., & Crotty, K. (2011). Low health literacy and health outcomes: an updated systematic review. Annals of Internal Medicine, 155(2), 97–107.

gfs.bern. (2016). Bevölkerungsbefragung «Erhebung Gesundheitskompetenz 2015»  Schlussbericht. Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Bern.

Kickbusch, I., Pelikan, J. M., Haslbeck, J., Apfel, F., & Tsouros, A. D. (Hrsg.) (2016). Gesundheitskompetenz: Die Fakten. Health Literacy: The Solid Facts. Zürich.

Schaeffer, D., Hurrelmann, K., Bauer, U., & Kolpatzik, K. (Hrsg.). (2018). Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. Berlin.

Weiterführende Literatur und Links finden Sie hier.