Gesundheitskompetenz
national und international
im Fokus

Die Gesundheitskompetenz der Wohnbevölkerung in der Schweiz stand im Zentrum der repräsentativen nationalen Erhebung des Bundesamtes für Gesundheit BAG 2015. Der Vergleich mit anderen Ländern rüttelt auf: Die Schweiz bewegt sich nur im Mittelfeld.

Verschiedene Länder, vergleichbare Daten

Mit dem Interesse an Gesundheitskompetenz ist die Schweiz in bester Gesellschaft: National wie international werden die Bedeutung der Gesundheitskompetenz erkannt und Aktivitäten gestartet. Nicht nur vergleichbare Nachbarländer, wie z. B. Deutschland und Österreich, befassen sich damit. Es handelt sich um eine grosse, länderübergreifende Bewegung.

Eingeschränkte Gesundheitskompetenz betrifft fast die Hälfte der europäischen Bevölkerung.

2009–2012 gab es in acht europäischen Mitgliedsstaaten eine repräsentative Befragung von Einwohnerinnen und Einwohnern im Alter ab 15 Jahren. Die Resultate dieses «European Health Literacy Survey (HLS–EU)» zeigten gemäss WHO, dass fast die Hälfte der Bevölkerung in der europäischen Region über eine unzureichende oder problematische Gesundheitskompetenz verfügt.

Gut der Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer bereitet der Umgang mit Gesundheitsinformationen erhebliche Mühe.

Die Strategie des Bundes «Gesundheit 2020» erklärt die Stärkung der Gesundheitskompetenz zum nationalen Ziel. Auch in der «Nationalen Strategie zur Prävention nicht übertragbarer Krankheiten» ist sie ein grundlegendes Element. Die Bevölkerungsbefragung im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG zeigt deutlichen Handlungsbedarf.

In gewissen Bevölkerungsgruppen gibt es mehr Menschen mit eingeschränkter Gesundheitskompetenz als in anderen.

Die Studie legt dar:

  • Bei der generellen Gesundheitskompetenz liegt die Schweiz knapp unter dem europäischen Mittel.
  • Nur jede zehnte Person hat eine ausgezeichnete Gesundheitskompetenz.
  • Rund die Hälfte der in der Schweiz befragten Personen berichten, dass es ihnen schwerfällt, mit Gesundheitsinformationen umzugehen und sie im Alltag zu nutzen.
  • In bestimmten Bevölkerungsgruppen ist der Anteil der Personen mit geringer Gesundheitskompetenz besonders hoch (z. B. bei älteren Menschen, Personen mit niedrigem Bildungsniveau, chronisch kranken Menschen, Teilen der Migrationsbevölkerung).

Weiterführende Literatur

Bundesamt für Gesundheit (BAG). Nationale Gesundheitspolitik.

Bundesamt für Gesundheit (BAG). Gesundheit 2020.

Bundesamt für Gesundheit (BAG). Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie).

gfs.bern. (2016). Bevölkerungsbefragung «Erhebung Gesundheitskompetenz 2015»  Schlussbericht. Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG. Bern.

Kickbusch, I., Pelikan, J. M., Haslbeck, J., Apfel, F., & Tsouros, A. D. (Hrsg.) (2016). Gesundheitskompetenz: Die Fakten. Health Literacy: The Solid Facts. Zürich.

Schaeffer, D., Hurrelmann, K., Bauer, U., & Kolpatzik, K. (Hrsg.). (2018). Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. Berlin.

Österreichische Plattform Gesundheitskompetenz.

Weiterführende Literatur und Links finden Sie hier.